Nightfishing

Thanks to my friend Edo who wrote a report in German about his nightfishing-trip in February:

Nachtfischen auf Broadbill

17.00 Uhr
Es geht endlich los ! Nachtfischen auf Broadbill ist wohl eine der spannendsten Art der Hochseefischerei auf den Gladiator der Meere.
Während der Anfahrt mit der NALA von Walter Brun wird selbstverständlich gefischt und ich fange 3 schöne Sailfische , einige Dorados die wir gut gebrauchen können denn ein Stripbait aus Dorado ist unschlagbar für das Schleppfischen während der Nacht.

18.30 Uhr
Der Tag neigt sich mit einem grandiosen Sonnenuntergang dem Ende zu und die Ruten werden umgerüstet. Das heißt 2 werden mit Squids und 2 wie schon erwähnt mit 8 inch Trollinglures und Doradostripes beködert. Ein Squid wird am Downrigger geschleppt und der andere genau wie die Lures an der Oberfläche welche sich allerdings in der Outriggerposition befinden. Die Wirbel werden mit Sticklights versehen. Alles wird für die Nacht gecheckt und griffbereit gemacht. Anschließend noch eine Tasse Kaffee mit Zigarette und es geht los: man kann die Spannung förmlich riechen.

21.00 Uhr
Die Bremse der 50er Shimano Tiagra mit dem Squid an der Oberfläche als Köder kreischt wie aus dem nichts auf und der Tanz geht los. Die Bordscheinwerfer und die Kopflampen werden eingeschaltet. Ich springe in den Kampfstuhl. Die Crew holt in Windeseile die anderen 3 Ruten ein und auch der Downrigger wird eingeholt und verstaut. Nichts darf im Weg sein. Ein gut eingespieltes Team ist von entscheidender Wichtigkeit aber ich kenne die Jung’s schon jahrelang und ihre Erfahrung hat sich bei mancher Nachtausfahrt bezahlt gemacht. Ich weiß das ich mich auf sie zu 100% verlassen kann.
Meter für Meter zieht der Fisch von der Rolle und es gelingt mir in den ersten 20 Minuten nicht Kontrolle über den Fisch zu bekommen, geschweige denn einen Meter Schnur zurück zu gewinnen. Man spürt in der Rute ganz genau die gezielten Schläge des Fisches mit seinem mächtigen Schwert ins Vorfach. Er versteht eben keinen Spaß und weiß sich zu wehren. Nach circa 1 Stunde schimmert das Knicklicht im dunkeln etwa 30m hinter dem Boot und der Schwertfisch mit circa 40 kg zeigt sich. Dann taucht er nochmals wieder ab und das Knicklicht verschwindet wieder in der Dunkelheit. Anschließend geht seine Kraft aber doch zu Ende und nach einer weiteren kurzen Flucht kann der erste Matrose Mohammed den Leader greifen. Wir haken ihn ab und heben ihn für ein Foto hoch um ihn dann ohne Schaden wieder dem Meer zu übergeben.

Eingie Worte zum Kampfstuhl: es klingt vielleicht albern wegen eines 40-Kilo-Fisches in den Stuhl zu steigen. Aber während der Nacht bewegt man sich sehr unsicher auf einem Boot weil man die Wellen nicht sieht und ich habe absolut keine Lust die kostbarsten Tage des Jahres wegen Knochenbrüchen im Krankenhaus zu verbringen. Ich fühle mich auf dem Kampfstuhl einfach sicherer und kann mir dort die Kraft besser einteilen.

Erst jetzt merke ich das mir die Knie zittern. Ich bin klatschnass, voller Broadbill….und der Ködersquid hat seine Tinte noch odendrauf gesetzt… aber ich bin glücklich das es so ist. Nach einem Shakehands, Freudesrufen und einer Zigarette – die ich mir vor lauter Aufregung nicht mal selbst anzünden kann – werden die Knicklichter und der Leader gewechselt, das Deck aufgeklart, die Ruten neu ausgelegt und das Boot setzt sich wieder in Bewegung.
Das schöne an der NALA ist dass die Auspuffrohre ihre Ausgänge über dem Tower haben, so das man kein bisschen von den Abgasen mitbekommt. Der ein oder andere weiß ja sicherlich wie gammelig man dabei werden kann wenn einem der Mief stundenlang in die Nase zieht.

22.30 Uhr
Wieder kreischt die Rolle los und die Schnur zieht mit einem Affenzahn ins dunkel. Nach der Kontaktaufnahme mit dem Fisch spüre ich wieder diese Schläge aber nach 5 Minuten kommt er los Schei….! Aber weiter geht’s. Die Lures sind gerade wieder ausgelegt da kommt der nächste Biss wieder mit Urgewalt! Jetzt setzt Skipper Peter die Fahrt langsam fort damit wir den Kontakt nicht verlieren und stets Spannung auf der Schnur behalten. Der Fisch hat mittlerweile ca 300 m von der Rolle gerissen. Die Schläge ins Vorfach spüre ich wie kleine Stromstöße. Hoffentlich hält der Leader! Aber nach ewigen 2 Stunden taucht wieder das Knicklicht auf und wir wissen „nur” noch 30m, dann lässt sich der Fisch von ebenfalls etwa 40kg ohne Probleme abhaken und ins Boot heben.
Dann passiert’s: Der Fisch schlägt um sich und wir können ihn zu dritt mit aller Gewalt nicht bändigen. Dabei schlägt er mit dem Schwert mehrfach gegen Mohammeds Schienbein und mir mit der Schwanzflosse in den Magen. Nach einem Riesentheater können wir ihn dann doch zu viert wieder ins Wasser bringen. „NIE WIEDER UND DAS ALLES NUR FÜR EIN FOTO” schrei ich lauthals und bin stocksauer mit mir selbst. Was hätte da alles passieren können, nicht auszudenken…
Dann kümmern wir uns um Mohammeds Bein. Er ist eigentlich hart im nehmen aber das war zuviel. Wir kühlen mit Eis und ich mache den Vorschlag heimzufahren aber er entgegnet energisch: „NO YOU FISH ON”.
Alles reden nützt nichts, also machen wir allerdings ohne ihn weiter. Nachdem wir wieder alles klar gemacht und die Köder wieder ausgelegt haben, reißt ein Leine mit Lure aus dem Ausleger. Der Skipper gibt Vollgas. Ich schlage an. Nichts. Die Tentakel des Squids sind abgetrennt das passiert noch 2 Mal. Wer war das? Entweder Haie, Barracudas oder etwa doch Brodbill? Das werden wir wohl nie erfahren.
Dann starren wir wieder auf die Knicklichter, welche in der Dunkelheit auf dem Meer hin und her dümpeln. Das sollte man aber nicht zu lange machen denn sonst fängt man an zu fantasieren und sieht Gespenster.

01.15 Uhr
Gespenster? NEIN BISS! Wieder das gleiche Spiel: Vollgas, Anhieb, rein in den Stuhl, Ruten und Downrigger eingeholt und los geht’s. Mit etwas Fahrt kann ich guten Kontakt zum Fisch halten und sogar schon einige Meter zurückgewinnen. “Baby” höre ich Mohammed kichernd von hinten sagen. Er hatte sich hingelegt um sein Bein zu schonen aber jetzt hielt ihn nichts mehr in der Waagerechten.
Nach 45 Minuten können wir Broadbill Nummer 3 von etwa 60 kg abhaken und releasen.
Ein Squid wird in dieser Nacht noch zerfetzt aber sonst passiert nichts mehr.

Als die Sonne aufgeht beschließe ich das wir zurückfahren. Als wir in den Creek zurückkehren werden die Flaggen gehisst und viele Glückwünsche werden uns zugerufen. Wir sind alle Stolz und glücklich. Dann wird noch ein Gruppenfoto gemacht auf dem wir aussehen als ob wir vom Walfang kommen, aber alle haben ein ganz besonderes Lachen im Gesicht.
Am Abend meldet sich Mohammed per Handy. Es sind nur Abschürfungen und Prellungen also nur halb so schlimm. Dann sagt er:„WHEN IS THE NEXT NIGHTFISHING ON YOUR PROGRAM ?”. „SOON !” antworte ich und Mohammed darauf hin „ I AM READY LET`S GO „ und ich freue mich schon jetzt darauf…..
Mtwapa, Februar 2010

02.06.2010

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